Zum Inhalt springen
Rundreisen & Inseln

Madeira: Sehenswürdigkeiten in vier Tagesrunden

Madeiras Sehenswürdigkeiten in vier Tagesrunden: Funchal, Pico do Arieiro, Levadas, Porto Moniz. Mit Eintrittspreisen und der neuen Reservierungspflicht.

Redaktion freizeit-248 Min. Lesezeit
Naturschwimmbecken von Porto Moniz zwischen schwarzen Lavafelsen, dahinter Brandung am offenen Atlantik
Foto: Dietmar Rabich, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Auf der Karte ist Madeira klein, auf der Straße nicht. Zwischen Funchal und der Nordküste liegen Tunnel und Schnellstraßen, auf den Nebenstrecken Serpentinen, in deren Kehren dir der Linienbus entgegenkommt. Die Sehenswürdigkeiten auf Madeira bündelst du deshalb nach Inselteilen zu Tagesrunden und schiebst sie nach dem Wetter hin und her.

Inselplan: die wichtigsten Ziele im Überblick

Ziel Inselteil Zeitbedarf Gebühr/Eintritt Gut für
Mercado dos Lavradores und Altstadt Funchal Vormittag kein Eintritt, sonntags zu Erstbesucher, Regentage
Seilbahn nach Monte und Korbschlitten Funchal halber Tag Seilbahn 16 € einfach, Schlitten ab 30 € Familien
Cabo Girão Skywalk Südküste westlich von Funchal kurzer Stopp 5 € ab 13 Jahren Aussicht ohne Wanderung
Pico do Arieiro bis Pedra Rija (PR1) Zentralgebirge kurzer Stopp bis halber Tag Parken 4 €/Std., Weg 4,50 € Sonnenaufgang, Mietwagenfahrer
Vereda do Areeiro bis Pico Ruivo (PR1) Zentralgebirge rund 3 Std., nur hin 10,50 € trittsichere Wanderer mit Abholung
Pico Ruivo ab Achada do Teixeira (PR1.2) Nordseite bei Santana 1,5 Std. hin und zurück 4,50 € Gipfel ohne Einbahn-Logistik
Santana Nordküste kurzer Stopp Fotostopp
Levadas 25 Fontes und Risco (PR6, PR6.1) Rabaçal im Westen 3–4 Std. (PR6) 4,50 € je Weg, Shuttle 5 € erste Levada-Wanderung
Naturschwimmbecken Porto Moniz Nordwestspitze Nachmittag 3 €, bis 3 Jahre frei Baden mit Kindern
Ponta de São Lourenço (PR8) Ostspitze halber Tag 4,50 € An- oder Abreisetag

Bleibt dir außerhalb Funchals nur ein Tag, nimm den Pico do Arieiro. Er zeigt dir das Gebirge ohne lange Wanderung, sofern die Wolken mitspielen. Familien mit kleinen Kindern tauschen ihn gegen die Naturschwimmbecken von Porto Moniz: Dort hängt weniger am Wetter und der Tag endet im Wasser.

Wanderwege nur mit Reservierung

Seit dem 1. Januar 2026 buchst du die klassifizierten Wanderwege des Naturschutzinstituts IFCN vorab über das Regierungsportal SIMplifica: Weg, Datum und Zeitfenster für den Einstieg. Kinder bis einschließlich zwölf Jahre zahlen nichts, brauchen aber ebenfalls eine Buchung.

Entscheidend ist die Stornoregel. Geld zurück gibt es nur, wenn die Behörde den Weg offiziell sperrt; Regen oder ein gestrichener Flug zählen ausdrücklich nicht. Plätze lassen sich aber noch für denselben Tag reservieren, solange das Kontingent reicht. Bergwege buchst du deshalb am Vorabend, wenn du den Himmel über dem Gebirge gesehen hast. Gesperrte Wege sind im Portal gar nicht erst buchbar.

Runde 1: Funchal, Monte und Cabo Girão

Im Mercado dos Lavradores beginnt der Tag am besten früh, wenn Händler Passionsfrüchte aufschichten und in der Fischhalle die schwarzen Degenfische auf dem Stein liegen. Von dort sind es wenige Schritte in die Altstadt mit ihren bemalten Türen in der Rua de Santa Maria. An ihrem Rand liegt die Talstation der Seilbahn.

Der Markt öffnet montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, samstags bis 14 Uhr. Die Seilbahn fährt täglich von 8.45 bis 17.45 Uhr, einfach für 16 Euro, hin und zurück für 22 Euro; Kinder bis sechs fahren gratis. Nimm das einfache Ticket, denn hinunter geht es im Korbschlitten. Die Carreiros do Monte verlangen 30 Euro für eine Person, 40 Euro für zwei. Sie fahren montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr, Tickets gibt es nur vor Ort. Bei langer Schlange oder Regen machen sie früher Schluss. Die Fahrt endet in Livramento, noch oberhalb der Innenstadt. Für den Rest brauchst du ein Taxi.

Am späten Nachmittag lohnt mit Auto oder Taxi der Abstecher zum Cabo Girão bei Câmara de Lobos. Auf der Glasplattform stehst du über einer 580 Meter hohen Klippe und siehst unter deinen Füßen die Terrassenfelder am Meer. Offen ist täglich von 8 bis 20 Uhr, der Eintritt kostet seit Januar 5 Euro.

Runde 2: Pico do Arieiro, Pico Ruivo und Santana

Oben am Arieiro stehst du auf rotem und schwarzem Vulkangestein, der Pfad zum Pico Ruivo zieht als schmales Band über die Grate und verschwindet in Tunneln. An klaren Morgen liegt das Wolkenmeer unter dir. Genauso gut kannst du mitten im Nebel stehen und die Brüstung des Aussichtspunkts kaum erkennen. Die kurvigen Straßen hinauf fährst du zum Sonnenaufgang besser nicht zum ersten Mal im Dunkeln.

Die Vereda do Areeiro ist 6,1 Kilometer lang und seit dem 26. Juni wieder täglich offen, bis Pedra Rija in beide Richtungen. Dahinter gilt seit einem Felssturz Einbahn zum Pico Ruivo, dem höchsten Punkt der Insel. Wegen Bauarbeiten sperrt das IFCN diesen Abschnitt immer wieder an einzelnen Tagen; im Buchungsportal sind solche Tage dann nicht wählbar.

Genau hier liegt die Falle für Mietwagenfahrer. Das Auto steht am Arieiro, wo Parken laut Tourismusbehörde 4 Euro pro Stunde kostet, und du kommst auf der anderen Seite des Massivs in Achada do Teixeira oder Ilha an. Einen Rücktransport bietet das IFCN ausdrücklich nicht. Mit eigenem Wagen gehst du deshalb nur bis Pedra Rija und zurück oder du parkst in Achada do Teixeira und steigst auf dem PR1.2 zum Pico Ruivo. Die ganze Überschreitung lohnt sich mit Taxi-Abholung oder geführter Tour.

Auf dem Rückweg liegt Santana mit seinen strohgedeckten Dreieckshäusern neben dem Rathaus, in denen heute Kunsthandwerk verkauft wird. Als Fotostopp hübsch, für einen eigenen Tag zu wenig.

Runde 3: Rabaçal und Porto Moniz

In Rabaçal steht ein Forsthaus in einem grünen Kessel, von dem zwei Levadas durch Lorbeer- und Heidewald führen. Die Levada do Risco endet an einem hohen Wasserfall, die Levada das 25 Fontes an einem Becken, in das Wasser aus vielen Quellen über moosige Felsen rinnt. Die Pfade sind schmal, an Engstellen wartet einer, bis der andere vorbei ist. Die Gemeinde Calheta zählt die 25 Fontes zu den meistbegangenen Levadas.

Vom Parkplatz an der ER 105 führt eine Asphaltstraße 2 Kilometer hinab zum Forsthaus. Der Shuttle der Gemeinde fährt täglich von 10 bis 18 Uhr für 5 Euro einfach. Ein frühes Zeitfenster bringt weniger Gegenverkehr auf dem Pfad, dafür gehst du die Straße zu Fuß.

Am Nachmittag ist Porto Moniz die Belohnung. Die Brandung hat Becken in schwarzes Lavagestein gewaschen, die Gemeinde hat sie mit Treppen, Liegeflächen und Umkleiden gefasst. Bei hohem Seegang schlagen die Wellen über die äußeren Felsen; für kleine Kinder gibt es ein eigenes Becken und Rettungsschwimmer sind da.

Das Bad ist ganzjährig geöffnet, im Winter bis 17 Uhr, zur Sommerzeit bis 19 Uhr. Frei zugänglich sind die Naturbecken neben dem Restaurant Cachalote.

Runde 4: Ponta de São Lourenço

Die Ostspitze wirkt wie eine andere Insel: kahle, rot und ocker gebänderte Hügel, zu beiden Seiten das Meer, kein Baum. Das liegt am trockenen Klima und am Nordwind. Mittags wird der Weg zur Hitzeprobe, also geh früh und pack Wasser, Sonnenschutz und eine Windjacke ein.

Der PR8 führt von der Baía d’Abra 4 Kilometer bis zum Cais do Sardinha und auf demselben Weg zurück. Die Tourismusbehörde veranschlagt zweieinhalb Stunden, am Ende lockt ein Bad am Anleger. Weil der Flughafen im Osten liegt, passt diese Runde auf den Anreise- oder Abreisetag.

Drei statt vier Tage

Bei drei Tagen fällt die Ostspitze weg und der Cabo Girão wird zum ersten Stopp auf der Fahrt nach Westen. Den Gebirgstag hältst du beweglich: Hängen die Wolken tief, tauschst du ihn gegen Funchal. Genauso wetterbeweglich planst du die Island-Rundreise und die Schottland-Rundreise.

Preise, Öffnungszeiten und Wegstatus: Stand 17. September 2026, Angaben der Betreiber, des IFCN und von Visit Madeira.

Häufige Fragen

Gibt es auf Madeira Wanderwege ohne Gebühr?

Ja. Das Gebührenmodell gilt nur für die klassifizierten Wege, die das IFCN selbst verwaltet. Die Vereda do Burro und den Caminho Real do Monte etwa verwaltet die Stadt Funchal, sie fallen nicht darunter. Nicht klassifizierte Pfade wartet das Institut nicht und empfiehlt sie deshalb auch nicht.

Komme ich ohne Mietwagen zu Madeiras Sehenswürdigkeiten?

Zum großen Teil. Nach Porto Moniz fährt die Rodoeste-Linie 80 um 10 Uhr in Funchal ab und um 16 Uhr zurück, damit wird es ein eigener Badetag. Die Haltestelle Baía d’Abra an der Ostspitze bedient die SAM-Linie 113 aus Funchal. Für den Pico do Arieiro und Rabaçal bleiben Taxi oder eine gebuchte Tour.

Weitere Ziele