Zum Inhalt springen
Städte

Nürnberg: Sehenswürdigkeiten von Kaiserburg bis Dokuzentrum

Nürnbergs Sehenswürdigkeiten in zwei Tagen: Kaiserburg, Altstadt, umgebautes Dokuzentrum. Mit Preisen, Ruhetagen und wann dir die Nürnberg Card etwas spart.

Redaktion freizeit-248 Min. Lesezeit
Fachwerkbau Weinstadel, Wasserturm und überdachter Henkersteg spiegeln sich in der Pegnitz in Nürnberg
Foto: Tilman2007, CC BY-SA 4.0 (skaliert), via Wikimedia Commons

Nürnbergs Altstadt schaffst du an einem Tag zu Fuß, vom Burgberg über den Hauptmarkt bis an die Pegnitz. Der zweite Tag gehört dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Südosten, wo sich 2026 am meisten getan hat: Nach rund fünf Jahren Umbau zeigt das Dokumentationszentrum seine neue Dauerausstellung.

Beide Tage hängen enger zusammen, als die Entfernung vermuten lässt. Die NS-Propaganda nutzte die mittelalterliche Reichsstadt gezielt als Kulisse, und mit diesem Wissen sieht die Burg am zweiten Abend anders aus als am ersten Morgen.

Die Ziele auf einen Blick

Ziel Lage Was es ist Eintritt Erwachsene Geschlossen Für wen
Kaiserburg Burgberg Palas, Museum, Tiefer Brunnen, Sinwellturm 10 Euro, unter 18 frei fünf Tage im Jahr alle
Albrecht-Dürer-Haus Tiergärtnertor Dürers Wohnhaus 7,50 Euro montags außer Juli–September Kunstinteressierte
Hauptmarkt Altstadt-Mitte Schöner Brunnen, Männleinlaufen frei nie Mittagspause
Henkersteg und Henkerhaus Trödelmarkt Fotomotiv, Museum zur Kriminalgeschichte Henkerhaus 3 Euro montags, Januar–März kurzer Stopp
Historische Felsengänge Bergstraße Kellerlabyrinth mit Führung 13 Euro Führungen täglich Regentage
Germanisches Nationalmuseum nahe Hauptbahnhof kulturhistorisches Museum 10 Euro montags Regentage, Mittwochabend
Handwerkerhof Königstor Fachwerkgassen mit Läden frei Läden sonntags vor der Abfahrt
Dokumentationszentrum Südosten Ausstellung zu den Reichsparteitagen 7,50 Euro 3. und 4. November 2026 ab 14 Jahren

Mit nur einem Tag nimmst du die Kaiserburg mit Gesamtkarte, stehst um 12 Uhr am Hauptmarkt und endest am Henkersteg. Das Dokuzentrum kostet mit Anfahrt und Geländerundgang gut einen halben Tag und gehört in einen zweiten. Bei Regen ist das Germanische Nationalmuseum die erste Wahl, montags springen die Felsengänge ein.

Erster Tag: vom Burgberg an die Pegnitz

Kaiserburg

Tickets gibt es nur an der Burgkasse, bar oder mit Karte. Bis Ende September ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von Oktober bis März von 10 bis 16 Uhr, Einlass bis etwa eine Stunde vor Schluss. Nimm die Gesamtkarte für 10 Euro, sie kostet nur 3 Euro mehr als Palas und Museum allein. Den Tiefen Brunnen siehst du nämlich nur mit der inklusiven Führung, bei der eine Kamera über 50 Meter in den Schacht hinabfährt. Auf den Sinwellturm führen 113 Stufen, mit Kinderwagen oder Rollstuhl bleibt er außen vor.

Oben im Turm hängen Fotografien der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Burg und Stadt. Der runde Turm gehört zu den wenigen Bauten der Anlage, die die Luftangriffe überstanden. Manches, was im Hof alt wirkt, wurde danach erneuert, das Fachwerk des Brunnenhauses etwa 1951.

Vom Tiergärtnertor zum Hauptmarkt

Unter der Burg steht das Albrecht-Dürer-Haus, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags nur von Juli bis September und zum Christkindlesmarkt. Die Kostümführung mit Agnes Dürer kostet extra. Einen Aufzug gibt es nicht, im Rollstuhl bleibt es beim Erdgeschoss.

Bergab liegt der Hauptmarkt. Um 12 Uhr ziehen beim Männleinlaufen an der Frauenkirche die Kurfürsten an Kaiser Karl IV. vorbei. Die Kirche steht, wo beim Pogrom von 1349 die Synagoge zerstört wurde; ein Davidstern im Boden erinnert daran. Der Schöne Brunnen daneben ist eine Kopie, das Original war verwittert. Vom 27. November bis 24. Dezember 2026 belegt der Christkindlesmarkt den Platz.

Henkersteg, Felsengänge und Handwerkerhof

Über den Trödelmarkt kommst du zum Ensemble, das seit dem 19. Jahrhundert auf Nürnberger Postkarten steht: Weinstadel, Wasserturm und der überdachte Henkersteg. Im Henkerhaus wohnten einst die Scharfrichter der Stadt, heute erzählt dort eine kleine Ausstellung von ihnen. Geöffnet ist von April bis Dezember dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr, barrierefrei ist das Haus nicht.

In die Historischen Felsengänge an der Bergstraße 19 kommst du nur mit Führung: stündlich ab 11 Uhr, rund 60 Minuten, 13 Euro. Unten hat es ganzjährig 8 bis 10 Grad, nimm auch im Sommer eine Jacke mit. Reservieren geht nicht, Tickets gibt es online oder im Brauereiladen. Treppen und unebene Böden schließen Kinderwagen und Rollstuhl aus.

Unten bist du vom Trubel abgekoppelt. Die Gewölbe sind in den Buntsandstein gegraben, lange reifte hier das Rotbier der Stadt.

Den Handwerkerhof am Königstor hebst du dir für die Zeit vor der Abfahrt auf. Die Läden öffnen montags bis samstags von 11 bis 18 Uhr, sonntags sind nur Hof und Gaststätten offen.

Dokuzentrum und Reichsparteitagsgelände im Herbst 2026

Seit dem 22. Mai 2026 ist das Dokumentationszentrum wieder ganz geöffnet, die Ausstellung „Nürnberg und die Reichsparteitage“ läuft ohne Einschränkungen im Probebetrieb. Offiziell eröffnet wird am 4. November, am 3. und 4. November ist geschlossen. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 7,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, der Media-Guide ist inklusive. Das Haus rechnet mit zwei Stunden und empfiehlt den Besuch ab 14 Jahren.

Die Ausstellung setzt beim Ort an statt bei der Weltgeschichte. Sie zeigt die Parteitage als Inszenierung und das Gelände im Krieg, als hier Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Lagern festgehalten wurden, und endet bei der Frage, wie die Stadt mit diesem Erbe umgeht.

Draußen ist das Gelände frei zugänglich und beschildert, für einen ersten Rundgang veranschlagt das Dokuzentrum 90 Minuten. Zeppelintribüne und Zeppelinfeld sind wegen Sicherungsarbeiten gesperrt. Die Tribüne soll ab September 2028 wieder zugänglich sein, das Feld erst später. An der Kongresshalle wird gebaut, mit Lärm ist zu rechnen.

Die Straßenbahnen 6 und 8 fahren wegen des Umbaus der Allersberger Straße voraussichtlich bis Frühsommer 2027 nicht bis Doku-Zentrum. Ersatzbusse E8 pendeln ab den U1-Stationen Frankenstraße und Maffeiplatz, alternativ nimmst du die S2 bis Dutzendteich.

Burgidylle und NS-Geschichte an einem Wochenende

Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage. Die Ausstellung beginnt mit der Frage, warum Hitler 1933 ausgerechnet Nürnberg zur Stadt der Reichsparteitage machte. Ein Teil der Antwort ist die Burg, auf der du am Vortag gestanden hast. Zurück in der Altstadt fällt dir auf, was du morgens übersehen hast: die Kriegsfotos im Sinwellturm, der Davidstern in der Frauenkirche, deren Kunstuhr den Krieg im Kunstbunker überstand. Eine verwandte Geschichte erzählt die wiederaufgebaute Altstadt von Dresden.

Also: erster Tag Altstadt, zweiter Tag vormittags Dokuzentrum und Gelände, nachmittags das Germanische Nationalmuseum. An einem Mittwoch ist dort ab 17.30 Uhr der Eintritt frei, offen bleibt bis 20.30 Uhr. Wegen Sanierung sind dort einige Bereiche geschlossen.

Fällt der zweite Tag auf einen Montag, passt statt des Nationalmuseums das Memorium Nürnberger Prozesse, das dienstags schließt. Mit 4 Euro Aufpreis gilt das Ticket des Dokuzentrums am selben Tag auch dort, beide kosten dann 11,50 statt 15 Euro.

Wann sich die Nürnberg Card lohnt

Die Nürnberg Card kostet für Erwachsene 38 Euro und gilt 48 Stunden ab einem Zeitpunkt, den du beim Kauf verbindlich festlegst. Sie deckt rund 30 Museen und Sehenswürdigkeiten ab, darunter alle Häuser dieses Plans außer den Felsengängen, die mit Karte die Hälfte kosten. Dazu kommen Bus und Bahn in Nürnberg, Fürth und Stein.

Kaiserburg, Dürer-Haus, Nationalmuseum und Dokuzentrum kosten einzeln 35 Euro, Hin- und Rückfahrt zum Dokuzentrum 7,80 Euro. Die Karte spart damit 4,80 Euro, mit Felsengängen und Henkerhaus 14,30 Euro. Bleibt es bei Kaiserburg, Dürer-Haus und Dokuzentrum, zahlst du mit Karte drauf. Mit Deutschlandticket fällt der Fahrvorteil weg, dann rechnet sie sich erst mit einem weiteren Haus wie Memorium oder Felsengängen. Startest du die Nürnberg Card am Samstagvormittag, deckt sie das ganze Wochenende ab.

Preise, Öffnungszeiten und Bauzeiten: Stand September 2026, Angaben der Betreiber, der Stadt Nürnberg und der VAG.

Häufige Fragen

Welche Sehenswürdigkeiten in Nürnberg haben montags geöffnet?

Montags offen sind Kaiserburg, Dokumentationszentrum, Historische Felsengänge, Memorium Nürnberger Prozesse, Tiergarten und Museum Tucherschloss. Das Dürer-Haus nur bis Ende September und wieder zum Christkindlesmarkt. Germanisches Nationalmuseum und Henkerhaus bleiben zu.

Ist Nürnberg mit Kindern ein gutes Ziel?

Ja, wenn du das Dokuzentrum auslässt, das erst ab 14 Jahren empfohlen wird. Die Kaiserburg ist für alle unter 18 frei, das Henkerhaus für Kinder unter 14, und die Felsengänge bieten sonntags eine Familienkarte für 30 Euro für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Mehr Ideen stehen im Beitrag zum Kurzurlaub mit Kindern.

Wo parke ich für die Kaiserburg?

An der Burg gibt es keine Besucherparkplätze, nutze die ausgeschilderten Parkhäuser der Innenstadt. Bequemer kommst du mit der Straßenbahn bis Tiergärtnertor, dem Bus bis Burgstraße oder der U-Bahn bis Lorenzkirche hin.

Weitere Ziele